Bilanz nach der Pistensanierung 2026

26.05.2026             

Vom 15. April bis 20. Mai 2026 war die Hauptpiste 15/33 des EuroAirport wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. easyJet und GP Aviation hielten einen allerdings stark reduzierten Betrieb auf der Querpiste 07/25 aufrecht, die jedoch kurz und technisch nicht optimal ausgerüstet ist. 

Bei zirka jedem 14. Flug kam es zu Verspätungen, mit denen man allerdings auch im Normalbetrieb rechnen muss. Insgesamt wurden von easyJet und GP Aviation 965 Flüge angeboten.  Davon mussten 14 Flüge gestrichen werden, was 1,5 Prozent aller Flüge entspricht. Wetterbedingt, wegen des starken Nordwinds, konnten 34 Flüge nicht am EuroAirport landen. Auf einem anderen Flughafen zwischenlanden oder tanken mussten zwanzig Flugzeuge. Somit wurden 54 Verbindungen umdisponiert, was 5,6 Prozent der vorgesehenen Rotationen entspricht. Rechnet man die annullierten und die nicht direkt durchgeführten Flüge zusammen, kommt man auf 68 Flüge, was sieben Prozent der geplanten Verbindungen entspricht.

Die Annullationen betrafen nur vier Tage, je sechs am 22. und am 29. April. Je ein Flug fiel am 30. April und am 3. Mai 2026 aus. Ausweichlandungen gab es nach Genf (15 Flüge), Zürich (10), Strasbourg (9).

Insgesamt mussten zwanzig Flüge eine Zwischenlandung einlegen, am häufigsten wiederum in Genf (8 Flüge). Auf Rang zwei stehen Zürich und Strasbourg (je 3), danach folgen Lyon (2) sowie mit je einem Flug Lille, Hannover, Zadar und München. In den meisten Fällen handelte es sich um Tankstopps, da man offensichtlich ein sehr hohes Abfluggewicht hatte. Zwei Umleitungen hatten allerdings nichts mit der Pistensperre zu tun. Hannover diente als Ausweichflughafen für Hamburg, weil an jenem Tag dort ein Kleinflugzeug verunfallt war. Zadar wählte easyJet einmal anstelle von Split, weil am 16. Mai ein Airbus A220 der Croatia Airlines beim Start in Split neben die Piste geraten war und der Flughafen geschlossen werden musste.

Durchschnittlich wurde pro Tag 3398 Fluggäste und 31 Verbindungen gezählt. An normalen Tagen wären es täglich gegen 25'000 Passagiere gewesen. 

easyjet hat trotz allem Gefallen an der 1830 Meter kurzen Piste gefunden. Die Fluggesellschaft teilte der bz Basel mit, dass die Nutzung der Querpiste interessant sei, denn sie würde Starts nach Westen ermöglichen und den Lärm auf ein deutlich weniger dicht besiedeltes Gebiet verteilen. Man habe dem EuroAirport die Studien präsentiert und wäre daran interessiert, diese Gespräche mit den zuständigen Behörden fortzusetzen.

Das Hauptproblem ist allerdings, dass die Piste nur in einer Richtung genutzt werden kann, von Osten nach Westen. Westlich der Piste hat es einen Hügel, der die Anflüge aus westlicher Richtung verhindert. Ihn abzutragen, ist kaum eine Option. Die Startbahn stattdessen in Richtung Osten zu verlängern, wäre teuer. Man müsste u.a. auch die Flughafenstrasse und die A35 überbrücken oder verlegen.

Benjamin Wieland / Werner Soltermann / François Hug